Feier- und Gedenktage

Der jüdische Kalender orientiert sich an der Schöpfung der Welt. Durch regelmäßigen Einschub eines zusätzlichen Monats (Adar II) wird der Kalender so korrigiert, dass die einzelnen Monate jeden Jahres in die gleiche Jahreszeit fallen. Der Tag im Judentum beginnt am Vorabend und endet am nächsten Tag mit Einbruch der Dunkelheit. An biblischen Feiertagen und am Schabbat herrschen Werkverbote, d.h. es dürfen keine Arbeiten verrichtet, kein Feuer gemacht, nicht gekocht, telefoniert oder ferngesehen werden.

Die Monate

1. Tischri (September - Oktober) 30 Tage

2. Cheschwan (Oktober - November) 29 bzw. 30 Tage

3. Kislew (November - Dezember) 30 bzw. 29 Tage

4. Tewet (Dezember - Januar) 29 Tage

5. Schwat (Januar - Februar) 30 Tage

6. Adar (Februar - März) 29 Tage, in Schaltjahren wird ein zweiter Adar eingeführt

7. Nissan (März - April) 30 Tage

8. Ijar (April - Mai) 29 Tage

9. Siwan (Mai - Juni) 30 Tage

10. Tammus (Juni - Juli) 29 Tage

11. Aw (Juli - August) 30 Tage

12. Elul (August - September) 30 Tage

 

Jüdische Feier- und Gedenktage

Rosch Haschana - Jüdisches Neujahr (1./2. Tischri)
Das jüdische Neujahrsfest wird nach jüdischer Auffassung am Jahrestag der Menschschöpfung gefeiert. Zum Brauch gehört das Schofar (Widderhorn) zu blasen und Granatapfelkerne und in Honig getunkte Äpfel zu essen.

Rosch Haschana 5781 - 19./20. September 2020
Rosch Haschana 5782 - 07./08. September 2021

Jom Kippur - Versöhnungstag (10. Tischri)
Der Versöhnungstag Jom Kippur ist ein Fast-, Buß- und Bettag und der höchste Feiertag des Judentums.

Jom Kippur 5781 - 28. September 2020
Jom Kippur 5782 - 16. September 2021

Sukkot - Laubhüttenfest (15. Tischri bis 23. Tischri)
Das Erntedankfest Sukkot ist eines der drei jüdischen Pilger- und Wallfahrtsfeste (neben Pessach und Schawuot). In Erinnerung an die Wanderung durch die Wüste nach dem Auszug aus Ägypten wird in dieser Zeit aus Ästen, Blättern und Stoffbahnen im Garten oder Hof eine Sukka (Laubhütte) gebaut. Dort werden gemeinsam die Mahlzeiten eingenommen, gefeiert und geschlafen, sofern es nicht zu kalt ist und es keine Gefahr darstellt.

Sukkot 5781 - 03. Oktober bis 09. Oktober 2020
Sukkot 5782 - 21. September bis 27. September 2021

Schemini Azeret - Achter Festtag von Sukkot (22. Tischri)
Mit dem "achten Tag der Versammlung" (Vollendung) endet das jüdische Laubhüttenfest.

Schemini Azeret 5781 - 10. Oktober 2020
Schemini Azeret 5782 - 28. September 2021

Simchat Tora - Torafreudenfest (23. Tischri - in Diaspora)
Fröhlichster jüdischer Feiertag, an welchem die jährliche Zyklusvollendung und der Neubeginn der Tora gefeiert wird. Beendet das Tora-Jahr mit Lesung des letzten Abschnitts. Die Torarolle wird sieben mal um die Bima (Pult) getragen, die Gemeinde singt und tanzt, die Kinder erhalten Süßigkeiten.

Simchat Tora 5781 - 11. Oktober 2020
Simchat Tora 5782 - 29. September 2021

Chanukka - Lichterfest (25. Kislew bis 2. Tewet)
Achttägiges Lichterfest in Erinnerung an die Wiedereinweihung des Zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v.d.Z.

Chanukka 5781 - 11. Dezember bis 18. Dezember 2020
Chanukka 5782 - 29. November bis 06. Dezember 2021

Tu Bischwat - Neujahr der Bäume (15. Schwat)
Rabbinischer Halbfeiertag, der das Ende der Regenzeit und den Beginn der Pflanzenperiode in Israel markiert.

Tu Bischwat 5781 - 28. Januar 2021
Tu Bischwat 5782 - 17. Januar 2022

Purim - Losfest (14. bzw. 15. Adar)
Fröhliches Fest mit Spielen und Verkleidung in Erinnerung an die Rettung der persischen Juden vor 2.500 Jahren durch das kluge Handeln von Königin Esther. Purim bedeutet "Lose", da mit einem Los der 15. Adar bestimmt worden war, um "alle Juden vom Knaben bis zum Greis, Kinder und Frauen an einem einzigen Tag zu vertilgen, zu erschlagen, zu vernichten und ihre Habe als Beute zu plündern." Esther 3,13

Purim 5781 - 26. Februar 2021
Purim 5782 - 17. März 2022

Pessach - Auszug aus Ägypten, Exodus (15. Nissan bis 22. Nissan)
Pessach (Passover) ist eines der drei Wallfahrtsfeste (neben Sukkot und Schawuot) und erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und ihrer Befreiung aus der Sklaverei. Pessach leitet sich vom hebr. "Pass´ach" (übergehen) ab und bezieht sich darauf, dass Gott die Israeliten vor der zehnten Plage, dem Tod der Erstgeborenen, verschonte. In derselben Nacht zogen die Israeliten aus Ägypten aus. Das Pessachfest dauert sieben Tage (Israel) bzw. acht Tage (Diaspora) an dem gilt, keine gesäuerten Lebensmittel (Chamez) zu essen oder zu Hause zu besitzen. Als gesäuert gelten Speisen und Getränke die aus Weizen, Hafer, Roggen, Gerste oder Dinkel hergestellt wurden und in irgendeiner Form einen Gärungsprozess durchgemacht haben. Während Pessach wird traditionell Mazzen (ungesäuertes Brot) gegessen. Das Fest beginnt mit dem Seder-Abend (Reihenfolge), bei dem zur Festtafel ein Seder-Teller mit Speisen mit symbolischer Bedeutung, drei Mazzen und vier Gläser Wein gehören, die zusammen mit dem Lesen der Haggada (Erzählung) gegessen und getrunken werden. Dies ermöglicht ein bildnahes Nacherleben der Ereignisse von damals.

Pessach 5781 - 28. März bis 04. April 2021
Pessach 5782 - 16. April bis 23. April 2022

Lag baOmer - Omer 33. Tag (18. Iljar)
33. Tag des Omer-Zählens zwischen Pessach und Schawuot, an dem traditionell Picknicks oder Lagerfeuer veranstaltet werden, als Erinnerung an Rabbi Shimon Bar Jochai.

Lag baOmer 5781 - 29. April 2021
Lag baOmer 5782 - 18. Mai 2022

Schawuot - Das Wochenfest (6./7. Siwan)
Jüdisches Wochenfest, das 49 Tage nach Pessach, am 50. Tag, begangen wird und an dem die Gabe und der Erhalt der Tora am Berg Sinai gefeiert wird. Im Mittelpunkt des G´ttesdienstes steht die Lesung des Buches Ruth. Es ist Tradition, dass fromme Juden die ganze Nacht hindurch gemeinsam die Tora studieren.

Schawuot 5781 - 17./18. Mai 2021
Schawuot 5782 - 05./06. Juni 2022

Tischa beAw - Tempelzerstörung (9. Aw)
Fast- und Trauertag, an dem der Zerstörung des 1. und 2. Tempels in verschiedenen Epochen in Jerusalem gedacht wird.

Tischa beAw 5781 - 18. Juli 2021
Tischa beAw 5782 - 07. August 2022

 

Neuzeitliche israelische Feier- und Gedenktage

Jom haSchoa - Holocaustgedenktag (27. Nissan)
Seit 1951 wird in Israel den Opfern der Shoa gedacht. Landesweit ertönen am Vormittag die Sirenen und das öffentliche Leben steht für zwei Minuten still.

Jom haSchoa 5781 - 08. April 2021
Jom haSchoa 5782 - 28. April 2022

Jom haZikaron - Soldatengedenktag (4. Iljar)
Am Erinnerungstag wird den gefallenen israelischen Soldaten während des Unabhängigkeitskrieges von 1948 gedacht, sowie all jenen, die ihr Leben für das Bestehen des Staates Israel lassen mussten oder Opfer von Terrorismus wurden. Neben Gedenkfeiern auf Soldatenfriedhöfen gibt es eine landesweite Schweigeminute.

Jom haZikaron 5781 - 14. April 2021
Jom haZikaron 5782 - 04. Mai 2022

Jom haAtzmaut - Unabhängigkeitstag (5. Iljar)
Feier des Unabhängigkeitstag des Staates Israel 1948.

Jom haAtzmaut 5781 - 15. April 2021
Jom haAtzmaut 2022 - 05. Mai 2022

Jom Jeruschalajim - Jerusalemtag (28. Iljar)
Gedenken an die Befreiung und Wiedervereinigung Jerusalems während des Sechs-Tages-Kriegs 1967.

Jom Jeruschalajim 5781 - 10. Mai 2021
Jom Jeruschalajim 5782 - 29. Mai 2022

Shoa Gedenktage

27. Januar - Internationaler Holocaustgedenktag
Der Internationale Holocaustgedenktag erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.

22. Oktober - Jahrestag der Deportation jüdischer Bürger*innen am 22. Oktober 1940 nach Gurs
Gedenken am Jahrestag der Deportation der 6.505 jüdischen Bürger*innen aus Baden und der Saarpfalz am 22. Oktober 1940 in das Internierungslager "Camp de Gurs".

9. November - Jahrestag Reichspogromnacht 1938
Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome 1938, als am 9. und 10. November 1938 und in den darauffolgenden Tagen im gesamten Deutschen Reich die Synagogen angezündet und zerstört und Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung stattfanden.