ZOOM-Event / Lesung und Gespräch am Sonntag, 4. Juli 2021 von 19:00-20:30 Uhr

In Deutschland hat man sich an Zustände gewöhnt, an die man sich niemals gewöhnen darf: Jüdische Schulen müssen von Bewaffneten bewacht werden, jüdischer Gottesdienst findet unter Polizeischutz statt, Bedrohungen sind alltäglich. Der Staat hat zugelassen, dass es so weit kommt - durch eine Polizei, die diese Gefahr nicht effektiv abwehrt, sondern verwaltet; durch eine Justiz, die immer wieder beschönigt. Der jüdische Autor und Journalist Ronen Steinke, selbst Jurist, ist durch Deutschland gereist und erzählt von jüdischem Leben im Belagerungszustand. Er trifft RabbinerInnen und Polizisten, konfrontiert Staatsschützer, Geheimdienstler und Minister mit dem Staatsversagen. Viel muss sich ändern in Deutschland. Was zu tun wäre, erklärt dieses Buch.

Zum Autor: Ronen Steinke ist Redakteur und Autor der Süddeutschen Zeitung. Seine juristische Doktorarbeit über Kriegsverbrechertribunale von 1945 bis heute wurde von der FAZ als »Meisterstück« gelobt. Im Piper Verlag erschien seine Biografie über Fritz Bauer, den mutigen Ermittler und Ankläger der Frankfurter Auschwitz-Prozesse, die mit »Der Staat gegen Fritz Bauer« 2015 preisgekrönt verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Im Berlin Verlag erschien 2017 das hochgelobte Buch »Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin«.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festjahres 2021: »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«. Mit freundlicher Unterstützung der IRG Baden.

Veranstalter:

Jüdische Gemeinde Pforzheim K.d.ö.R.

Sonntag, 4. Juli 2021 von 19:00-20:30 Uhr
ZOOM-Link zum Live-Stream unter: info@jgpf.de

Foto Ronen Steinke: Regina Schmeken

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Freitag, 18. Juni 2021 ab 17.30 Uhr, Platz der Alten Synagoge Freiburg am Synagogenbrunnen

Anschläge auf Synagogen, gewalttätige Übergriffe – von Beleidigungen und Drohungen bis hin zu körperlichen Attacken – auf Menschen, die jüdische Symbole tragen, antisemitische Demonstrationen, Missbrauch jüdischer Symbole für Demagogie, antisemitische Verschwörungstheorien. All das passiert in Deutschland heute 76 Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation und der Befreiung von Auschwitz und anderer Vernichtungslager des faschistischen und nationalsozialistischen Deutschen Reichs. Und es passiert auch in Freiburg. Hinzu kommt eine zunehmend mangelnde Achtung vor Denkmälern mit Bezug auf den Holocaust, wie in Freiburg mit dem Synagogenbrunnen immer wieder zu beobachten war und ist, sowie eine sich ausbreitende Schlussstrichmentalität mit Bezug auf das Gedenken an die Opfer des deutschen Faschismus und Nationalsozialismus. All das geschieht verstärkt in einer Zeit und im Kontext einer Lage in Nahost, in der Israel als einziger jüdischer Staat der Welt und einziger demokratischer Staat seiner Region unter Beschuss steht. Muslime, Christen und Juden unterschiedlichster Herkunft werden zu Opfern antisemitisch motivierten Terrors. Gleichzeitig treffen hierzulande migrantischer Antisemitismus und heimischer Antisemitismus aufeinander. Dessen Träger versuchen sich dabei hinter dem Schlagwort „Israelkritik“ zu verstecken und schaffen es damit teilweise bis in die Mitte der Gesellschaft durchzudringen. Juden stellen sich derweil die Frage: Ist jüdisches Leben in Deutschland noch erwünscht? Viele Juden sitzen in Deutschland und Europa schon wieder auf gepackten Koffern. Aus Frankreich sind in den vergangenen Jahren zehntausende Jüdinnen und Juden ausgewandert. Als Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion oder Weltanschauung und mit unterschiedlichen politischen Standpunkten und Überzeugungen, die wir hier zusammenleben, wollen wir gemeinsam als Zivilgesellschaft in Anbetracht all dessen aufstehen und gemeinsam ein Zeichen setzen: Für jüdisches Leben in Deutschland. Für Frieden in Israel. Gegen Antisemitismus.

Programm

Begrüßung:
Irina Katz, Gemeindevorsitzende

Ansprachen:

  • Sandra Simovich, Generalkonsulin Israel [Ansprache wird verlesen]
  • Dr. Michael Blume, Landesbeauftragter gegen Antisemitismus
  • Dr. Heinrich Schwendemann, Historisches Seminar, Uni Freiburg
  • Dagmar Zobel, Prälatin des Kirchenkreises Südbaden
  • Dr.Dr. Christian Würtz, Weihbischof Erzdiözese Freiburg
  • Dr. Abdel-Hakim Ourghi, Leiter des Fachbereiches Islamische Theologie PH Freiburg
  • Nikita Karavaev, Mitglied der Israelitischen Gemeinde Freiburg, Vorsitzender Makkabi Freiburg
  • Lars Petersen, Gemeinderat Bündnis 90/Die Grünen
  • Julia Söhne, Gemeinderat, SPD
  • Simon Waldenspuhl, Geschäftsführer der YUPI Fraktion, Gemeinderat
  • Jascha Hilkowitz, Freiburger mit jüdisch-muslimischen Beziehungen, Migrantenbeirat

Musikalische Begleitung: Trio Folkadu, Musikensemble mit Yael Gat (geboren in Haifa, Israel)

  • Interreligiöses christlich-jüdisch-muslimisches Gebet mit Moshe Hayoun, Kantor der Israelitischen Gemeinde Freiburg, Ralf Klinger, Christengemeinde Freiburg und Dr. Abdel-Hakim Ourghi, Leiter des Fachbereiches Islamische Theologie an der Pädagogischen Hochschule Freiburg
  • Israelische Tänze, Moderation Elik Roitstein, Familienreferent der IRG Baden
  • Flashmob Jerusalema mit Elena Miller, Sozialarbeiterin der Israeltischen Gemeinde Freiburg
  • Lichtshow im Synagogenbrunnen mit Impulswerk, Christina und Oliver Tibus

Entzünden der überdimensionalen Schabbat-Kerzen am Synagogenbrunnen mit Irina Katz und Lea Klinger. Im Anschluss gegen 20.30 Uhr gibt es die Möglichkeit am Vorabend von Schabbat am Gottesdienst in der Neuen Synagoge teilzunehmen. Teilnahme nur mit Voranmeldung unter E-Mail: info@jg-fr.de

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen an diesem Tag ist kostenlos.
Die AHA Regeln werden eingehalten.

Veranstalter:

Israelitische Gemeinde Freiburg K.d.ö.R.

Nussmannstr. 14, 70098 Freiburg
Freitag, 18. Juni 2021
Beginn: 17:30 Uhr
Treffpunkt: Platz der alten Synagoge Freiburg am Synagogenbrunnen

 

 

Foto: Andreas Labes

Vortrag im Rahmen der
"Woche der Brüderlichkeit 2021"

Götz Aly ist Historiker und Journalist. Er arbeitete für die »taz«, die »Berliner Zeitung« und als Gastprofessor. Seine Bücher werden in viele Sprachen übersetzt. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Im Februar 2017 erschien bei S. Fischer seine große Studie über die europäische Geschichte von Antisemitismus und Holocaust »Europa gegen die Juden 1880–1945«. Für dieses Buch erhielt er 2018 den Geschwister-Scholl-Preis.

Die "Woche der Brüderlichkeit" ist eine seit 1952 alljährlich stattfindende bundesweite Veranstaltung für die christlich-jüdische Zusammenarbeit. In Pforzheim gestalten, unter der Koordination des Kulturamtes der Stadt, verschiedene Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften im Dialog der Religionen das Programm.

Das Motto der WdB 2021 vom 7. bis 14. März lautete: "Zu eurem Gedächtnis: Visual History". Beim Vortrag, zu dem die Jüdische Gemeinde Pforzheim eingeladen hatte, sprach Prof. Götz Aly über den tiefsitzenden und vielfältigen Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft und seine sich immer wandelnden Formen.

Jüdische Gemeinde Pforzheim K.d.ö.R.

Datum: Dienstag, 09. März 2021, 19:00 Uhr
Der digitale Vortrag kann auf dem YouTube Kanal des Kulturamtes der Stadt Pforzheim unter: Vortrag mit Prof. Götz Aly gesehen werden.

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Podiumsdiskussion, Dienstag, 09. März 2021, 10:30-12:00 Uhr

Die Veranstaltung wurde online aus dem Hebel Gymnasium Lörrach übertragen und kann auf der Website der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach www.ikgloerrach.de  gesehen werden.

Schüler*innen und Interessierte konnten per Chat an der Diskussion teilnehmen.

Auf dem Podium nahmen teil:

  • Dr. Michael Blume, Antisemitismusbeauftragter der Landsregierung Baden-Württemberg
  • Rami Suliman, Vorsitzender der IRG Baden und Mitglied im Direktorium des Zentralrat der Juden in Deutschland
  • Prof. Dr. Michael Hermann, Ministerialrat, zuständiger Stabsstellenleiter für Religionsangelegenheiten im Kultusministerium BW
  • Dr. Hans-Joachim Friedemann, Lörracher Schulleiter
  • Leo Grossmann, Schüler des Hans-Thoma-Gymnasiums

Die Einleitung und das Schlusswort hielt Rabbiner Moshe Flomenmann, Landesrabbiner von Baden und Ortsrabbiner von Lörrach.
Die Podiumsdiskussion wurde moderiert von Lars Frick, Fachbereichsleiter Kultur und Tourismus der Stadt Lörrach.

Initiator und Organisator war die Israelitische Kultusgemeinde Lörrach in Zusammenarbeit mit der Stadt Lörrach.

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Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
Mittwoch, 27. Januar 2021

76 Jahre nach der Befreiung des Konzentrations-und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau erinnerte der Landtag von Baden-Württemberg mit einer zentralen Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus. Aufgrund der pandemischen Lage fand der Gedenktag in diesem Jahr im digitalen Raum statt. Mit verschiedenen Beiträgen wurde an die Verfolgten des Nationalsozialismus erinnert. Landtagspräsidentin Muhterem Aras sagte in ihrer Gedenkrede: "Der diesjährige Gedenktag ist anders. Aufgrund der Pandemie sind wir an verschiedenen Orten. Aber unsere Gedanken sind gemeinsam bei denjenigen, die dem Terror der NS-Herrschaft zum Opfer fielen." Der digitalen Gedenkfeier ging ein stilles Gedenken am Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft auf dem Karlsplatz in Stuttgart voraus. Landtagspräsidentin Muhterem Aras und Rami Suliman, Vorsitzender der IRG Baden, legten am frühen Mittwochmorgen einen Kranz nieder.

https://www.landtag-bw.de/Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Landtag von Baden-Württemberg

Datum: Mittwoch, 27. Januar 2021
Der gesamte Gedenktag steht in der Mediathek des Landtags zur Verfügung.

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