Rosch Haschana Feiertage 5783 (25.-27. September 2022)

Mit Rosch Haschana (Haupt des Jahres) beginnt für uns ein neues Jahr. Am Jahrestag der Weltschöpfung, der auch für Erschaffung des ersten Menschen steht, beginnen die “Jamim Noraim - Zehn ehrfurchtsvollen Tage“, die am Versöhnungstag Jom Kippur enden werden. Wir reflektieren über das abgelaufene Jahr und ziehen Bilanz. Denn Rosch Haschana ist auch Jom haDin (der Tag des Gerichts), an dem wir auf ein gutes Gericht G´ttes hoffen und darauf, dass ein gutes neues Jahr vorbereitet wird, in welchem Auseinandersetzungen beigelegt werden, Frieden in die Welt kommt und eine gute Balance auf die Welt gebracht wird.

Vielfältige süße Gerichte wie Lekach (Honigkuchen), Zimmes (süßes Möhrengericht) oder in Honig getauchte Apfelscheiben begleiten das Festmahl am Neujahrsabend und bringen unsere Hoffnungen auf ein gutes, süßes Jahr zum Ausdruck. Die Challot, die zum Neujahr in runder Form geflochten sind, tunken wir deshalb nicht in Salz, sondern in Honig.

Besonderer Brauch an Rosch Haschana sind die Simanim (Zeichen für ein gutes Jahr) zu symbolischen Speisen. So tauchen wir Apfelscheiben in Honig mit dem Segensspruch: “Dein Wille sei es Ewiger, unser G´tt und G´tt unserer Väter, gib uns ein neues, gutes und süßes Jahr.“ Die Kerne von Granatäpfeln, die für Fruchtbarkeit stehen, werden mit den Worten gegessen: “Dein Wille sei es Ewiger, unser G´tt und G´tt unserer Väter, dass unsere Verdienste so zahlreich wie Kerne in Granatäpfel sein sollen.“ Und beim Genuß eines Stücks vom Kopf eines Fisches heißt es: “Dein Wille sei es Ewiger, unser G´tt und G´tt unserer Väter, dass wir die Ersten und nicht die Letzten sein werden.“ Ein weiterer Brauch ist das Essen von Augenbohnen oder Möhren mit den Worten: “Dein Wille sei es Ewiger, unser G´tt und G´tt unserer Väter, dass sich unsere Rechte mehren.“

Gute Wünsche begleiten unsere Hohen Feiertage bis Jom Kippur. So wünschen wir uns an Rosch Haschana "Schana Tova" (ein gutes Jahr) oder "Schana Tova U´Metuka" (ein gutes und süßes Jahr). Ab 3. Tischri bis einschließlich Jom Kippur wünschen wir "Chatima Tova" (eine gute Einschreibung in das Buch des Lebens). Zwischen Jom Kippur und einschließlich dem letzten Tag von Sukkot wünschen wir uns "Gmar Chatima Tova" (möge deine endgültige Einschreibung in das Buch des Lebens gut abgeschlossen werden).

Ich wünsche uns allen Schana Tova U´Metuka und Chag Sameach

Rabbiner Moshe Flomenmann,
Landesrabbiner von Baden

Ortszeiten für die Rosch Haschana Feiertage

Erew Rosch Haschana 5783 (25. September 2022)
Baden-Baden: 19:00 Uhr / Emmendingen: 19:03 Uhr / Freiburg: 19:03 Uhr / Heidelberg: 18:59 Uhr / Karlsruhe: 19:00 Uhr / Konstanz: 18:57 Uhr / Lörrach: 19:03 Uhr / Mannheim: 18:59 Uhr / Pforzheim: 18:59 Uhr / Rottweil/VS: 18:59 Uhr

1. Tischri 5783 (26. September 2022)
Baden-Baden: 20:03 Uhr / Emmendingen: 20:04 Uhr / Freiburg: 20:04 Uhr / Heidelberg: 20:02 Uhr / Karlsruhe: 20:03 Uhr / Konstanz: 19:59 Uhr / Lörrach: 20:05 Uhr / Mannheim: 20:02 Uhr / Pforzheim: 20:02 Uhr / Rottweil/VS: 20:01 Uhr

2. Tischri 5783 (27. September 2022)
Baden-Baden: 20:01 Uhr / Emmendingen: 20:02 Uhr / Freiburg: 20:02 Uhr / Heidelberg: 20:00 Uhr / Karlsruhe: 20:01 Uhr / Konstanz: 19:57 Uhr / Lörrach: 20:03 Uhr / Mannheim: 20:00 Uhr / Pforzheim: 20:00 Uhr / Rottweil/VS: 19:59 Uhr

Ortszeiten für den Fasttag Gedalja am 3. Tischri 5783 (28. September 2022)

Fastenbeginn
Baden-Baden: 05:41 Uhr / Emmendingen: 05:45 Uhr / Freiburg: 05:46 Uhr / Heidelberg: 05:40 Uhr / Karlsruhe: 05:41 Uhr / Konstanz: 05:41 Uhr / Lörrach: 05:47 Uhr / Mannheim: 05:40 Uhr / Pforzheim: 05:40 Uhr / Rottweil/VS: 05:42 Uhr

Fastenende
Baden-Baden: 19:44 Uhr / Emmendingen: 19:46 Uhr / Freiburg: 19:46 Uhr / Heidelberg: 19:43 Uhr / Karlsruhe: 19:44 Uhr / Konstanz: 19:40 Uhr / Lörrach: 19:46 Uhr / Mannheim: 19:43 Uhr / Pforzheim: 19:43 Uhr / Rottweil/VS: 19:43 Uhr

Bildquelle: Doro Treut-Amar

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Das Festival “Europäischer Tag der jüdischen Kultur“ findet am Sonntag, den 4. September 2022 in rund dreißig europäischen Ländern statt. Unter dem Leitthema "Renewal - Erneuerung" bieten jüdische und nichtjüdische Organisationen vielseitige Veranstaltungen an, die das europäische Judentum, seine Geschichte und Traditionen nahe bringen und die Beiträge von Jüdinnen und Juden zur europäischen Kultur in Vergangenheit und Gegenwart bewusst machen.

Veranstaltungsprogramm der jüdischen Gemeinden in Baden

Ein abwechslungsreiches Programm haben die teilnehmenden jüdischen Gemeinden in Baden geplant. Sie öffnen am diesjährigen “Europäischen Tag der jüdischen Kultur“ wieder ihre Tore und laden zur herzlichen Begegnung ein.

Israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden K.d.ö.R.

Sophienstr. 2, 76530 Baden-Baden
www.ikg-baden-baden.de

12:00 – 17:00 Uhr – Ausstellung Maria Orlova “Märchenhafte jüdische Ornamente in Perlenmosaik“

  • Künstlerin: Maria Orlova
    Ort: Sophienstraße 2, 76530 Baden-Baden
    Eintritt: frei

14:00 Uhr - Konzert "Duo Alma Gemela"

  • Musiker: Natalia Volkova (Klavier, Gesang), Alfredo Ramirez (Percussion, Gesang)
    Ort: Gemeindezentrum, Sophienstraße 2, 76530 Baden-Baden
    Veranstalter: Israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden in Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrat der Juden in Deutschland
    Eintritt: frei / Anmeldung per E-Mail an buero@ikg-bad-bad.de

16:00 Uhr - Synagogenführung “Ist die Synagoge ein Tempel?“

  • Referent: Rabbiner Surovtsev
    Ort: Synagoge, Werderstr. 2, 76530 Baden-Baden
    Eintritt: frei / Anmeldung per E-Mail an buero@ikg-bad-bad.de

    Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei / Spenden werden gerne entgegengenommen

Jüdische Gemeinde Emmendingen K.d.ö.R.

Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
www.juedgemem.de

Das Programm wird veranstaltet von der Jüdischen Gemeinde Emmendingen und dem Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e. V.

11:00 – 17:00 Uhr – Koscherer Wein und Sekt, Kaffee und Kuchen, Challa und Humus

  • Ort: Simon-Veit-Haus, Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Jüdische Gemeinde Emmendingen

11:00 – 18:00 Uhr – Tag der offenen Tür im Jüdischen Museum Emmendingen

  • Ort: Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
    mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen

11:30 - Vortrag “Das Schabbatjahr im Land Israel“

  • Referent: Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky
    Ort: Simon-Veit-Haus, Teschemacher-Saal, Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
    mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen

14:00 - Synagogenführung

  • Referent: Rabbiner Yaakov Yosef Yudkowsky
    Ort: Synagoge, Landvogtei 11, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Jüdische Gemeinde Emmendingen

15:00 Uhr – Vortrag & Gespräch “Die Mikwe – Das Emmendinger Ritualbad damals und heute“

  • Referentin: Monika R.R. Miklis (Kuratorin der Ausstellung)
    Ort: Simon-Veit-Haus, Teschemacher-Saal, Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
    mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen

16:00 Uhr – Führung durch die Dauerausstellung in der Mikwe

  • Referentin: Monika R.R. Miklis (Kuratorin der Ausstellung)
    Ort: Jüdisches Museum Emmendingen, Schlossplatz 7, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
    mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen

17:00 Uhr – Vortrag & Gespräch “Novels – literarische Neuerscheinungen jüdischer Autor:innen aus den Jahren 2021 und 2022: Werke von Nicole Krauss, Jessica Durlacher, Rafael Seligmann, Gabriel Wolkenfeld, Yonatan Sagiv und Robert Menasse“

  • Referentin: Dr. med. Ursula Hellerich (Dozentin am Jüdischen Lehrhaus Emmendingen)
    Ort: Simon-Veit-Haus, Teschemacher-Saal, Kirchstraße 11, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.
    mit freundlicher Unterstützung durch den Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen

19:00 Uhr - Konzert “Michael Heitzlers Klezmer-Band"

  • Musiker: Michael Heitzler (Klarinette), Christian Gutfleisch (Piano), Michael Chylewski (Kontrabass), Daniel Schay (Schlagzeug)
    Ort: Bürgersaal des Alten Rathauses, Marktplatz 1, 79312 Emmendingen
    Veranstalter: Jüdische Gemeinde Emmendingen in Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrat der Juden in Deutschland und dem Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen

    Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei / Spenden werden gerne entgegengenommen

Israelitische Gemeinde Freiburg K.d.ö.R.

Nussmannstraße 14, 9098 Freiburg
www.jg-fr.de

10:30 Uhr – Führung über den alten jüdischen Friedhof Freiburg

  • Referent: Ruben Frankenstein, Dozent des orientalischen Seminars der Universität Freiburg
    Ort: Tor am alten jüdischen Friedhof, Elsässer Straße 35, Freiburg

13:00 Uhr – Synagogenführung

  • Referent: Kantor Moshe Hayoun
    Einführung: Irina Katz, Gemeindevorsitzende
    Ort: Synagoge, Engelstr. 1, Freiburg

15:00 Uhr – Konzert

  • Musikerinnen: Elisa Wehrle (Sopran) und Myrthe Bauer (Klavier)
    Ort: Gemeindezentrum, Engelstr. 1, Freiburg

17:00 Uhr – Kantorenkonzert

  • Musiker: Moshe Hayoun, (Freiburg/Straßburg - Gesang), Alcan Hayoun (Jerusalem - Gesang), Markus Syperek (Berlin – Klavier), Andreas Kaefer (Engen – Violine)
    Ort: Gemeindezentrum, Engelstr. 1, Freiburg

19:30 Uhr – Konzert “Folkadu“

  • Musiker: Yael Gat (Gesang), Ira Shiran (Akkordeon), Doron Furman (Oud)
    Showeffekte, Licht und Sound: Impulswerk Freiburg (Christina und Oliver Tibus)
    Ort: Synagogenbrunnen, Platz der Alten Synagoge, Freiburg

    Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei / Spenden werden gerne entgegengenommen

Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe K.d.ö.R.

Knielinger Allee 11, 76133 Karlsruhe
www.jg-karlsruhe.de
T+49 721 720 35

Stadtrundgang “Auf den Spuren jüdischen Lebens in Karlsruhe“

  • Uhrzeit nach verbindlicher Anmeldung unter info@jg-karlsruhe.de
    Ort: Platz der ehemaligen liberalen Synagoge, Kronenstraße 15, Karlsruhe

14:00 Uhr – Traditionelle Köstlichkeiten

  • Ort: Gemeindezentrum, Knielinger Allee 11, Karlsruhe
    Eintritt frei

15:00 Uhr – Führung “Jüdisches Leben früher und heute, Sitten und Bräuche“

  • Ort: Gemeindezentrum, Knielinger Allee 11, Karlsruhe
    Eintritt frei

17:00 Uhr - Konzert “Die Damen und Herren Daffke"

  • Ort: Gemeindezentrum, Knielinger Allee 11, Karlsruhe
    Veranstalter: Jüdische Kultusgemeinde Karlsruhe in Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrat der Juden in Deutschland
    Eintritt: 10,00 Euro Abendkasse

Synagogengemeinde Konstanz K.d.ö.R.

Sigismundstr. 8, 78462 Konstanz
www.jsg-konstanz.de

11:00 – 17:00 Uhr – Tag der offenen Tür

  • 11:00 Uhr: Eröffnung
    Ort: Synagogengemeinde Konstanz, Sigismundstraße 8, 78462 Konstanz
    Eintritt frei

11:30 Uhr – 14:00 Uhr – Synagogenführungen

  • Referenten: Rabbiner Avraham Yitzhak Radbil und Gabriel Abilia
    Ort: Synagogengemeinde Konstanz, Sigismundstraße 8, 78462 Konstanz

15:00 Uhr – Führung über den jüdischen Friedhof

  • Referent: Rabbiner Avraham Yitzhak Radbil
    Ort: Hauptfriedhof Konstanz, Eingang zum Israelitischen Friedhof, Riesenbergweg 12, 78462 Konstanz

11:30 Uhr – 14:00 Uhr – Sonderausstellung "Konstanz im Nationalsozialismus"

  • Ort: Rosgartenstraße 3-5, 78462 Konstanz

    Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei / Spenden werden gerne entgegengenommen

Jüdische Gemeinde Pforzheim K.d.ö.R.

Emilienstr. 20-22, 75172 Pforzheim
www.jgpf.de

18:30 Uhr - Konzert “LeChaim Band"

  • Ort: Synagoge, Emilienstraße 20-22, Pforzheim
    Veranstalter: Jüdische Gemeinde Pforzheim in Zusammenarbeit mit dem Kulturprogramm des Zentralrat der Juden in Deutschland
    Anmeldung per E-Mail an info@jgpf.de

    Der Eintritt ist frei / Spenden werden gerne entgegengenommen

Weitere Veranstaltungen in Baden-Württemberg und dem Elsass finden Sie unter: www.lpb-bw.de
Die Koordination und Organisation der Programme erfolgt durch B’nai Brith René Hirschler, Strasbourg, in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten in Baden-Württemberg und der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg.

Internationale Informationen zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur 2022 (eng.) finden Sie unter: jewishheritage.org

Bild: jewishheritage.org
(Red de Juderías de España–Caminos de Sefarad, Design: Antonio Serrano)

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Tischa beAw - 09. Aw 5782 (06./07. August 2022)

Tischa beAw, der 9. Tag des Monats Aw, ist ein Trauer- und Fasttag, an dem wir der Zerstörung des Beit haMikdasch (Tempel) in Jerusalem gedenken. Er ist Höhepunkt und Abschluss einer dreiwöchigen Trauerperiode, die am 17. Tammus beginnt und “Tage inmitten der Bedrängnis“ oder “Bejn haMezarim“ genannt wird. Wegen der Katastrophen, die sich immer wieder an diesem Datum ereigneten, gilt er als Schicksalstag. So war es der 9. Aw, als 586 v.d.Z. unter Nebukadnezar der erste von Salomo erbaute Tempel (er stand 410 Jahre) zerstört und die jüdische Bevölkerung ins babylonische Exil verschleppt wurde. Und es war wieder der 9. Aw, als die Römer im Jahr 70 n.d.Z. unter Titus den zweiten Tempel (er stand 420 Jahre) plünderten und in Brand setzten. Auch die Niederschlagung des Bar-Kochba-Aufstandes mit der Zerstörung der Festung Betar 135 n.d.Z. sowie das Umpflügen Jerusalems bis auf die Grundmauern 136 n.d.Z. durch die Römer, ereigneten sich am Tischa beAw. In Folge wurde das jüdische Volk getötet oder versklavt und auf der ganzen Welt zerstreut. Vom Beit HaMikdasch in Jerusalem blieb nur die als „Klagemauer“ bekannte westliche Befestigungsmauer erhalten.

Zur Erinnerung an diese Ereignisse wird am 17. Tammus und am 9. Aw gefastet, für die dreiwöchige Zeit gelten verschiedene Trauervorschriften. Das Fasten am 9. Aw beginnt am Vorabend und dauert bis zum Abend von Tischa beAw. Da in diesem Jahr der 9. Aw 5782 auf einen Schabbat fällt (am Jom Schabbat wird mit Ausnahme von Jom Kippur nicht gefastet) ist der Fastentag auf Jom Rischon (Sonntag) 10. Aw 5782 umgelegt.

Fastenzeiten für Baden:

Fastenbeginn am 06. August 2022:
Baden-Baden: 20:58 Uhr, Emmendingen: 20:57 Uhr, Freiburg: 20:57 Uhr, Heidelberg: 20:59 Uhr, Karlsruhe: 20:58 Uhr, Konstanz: 20:51 Uhr, Lörrach: 20:57 Uhr, Mannheim: 20:59 Uhr, Pforzheim: 20:59 Uhr, Rottweil/VS: 20:54 Uhr

Fastenende am 07. August 2022:
Baden-Baden: 21:33 Uhr, Emmendingen: 21:32Uhr, Freiburg: 21:31 Uhr, Heidelberg: 21:35 Uhr, Karlsruhe: 21:33 Uhr, Konstanz: 21:25 Uhr, Lörrach: 21:31 Uhr, Mannheim: 21:35 Uhr, Pforzheim: 21:35 Uhr, Rottweil/VS: 21:29 Uhr

Bild: Darstellung des römischen Triumphzuges in Rom auf dem Titusbogen. Die Darstellung zeigt römische Soldaten und jüdische Sklaven sowie die römische Kriegsbeute aus dem Jerusalemer Tempel, darunter die erbeutete Menora. (Shutterstock.com)

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Das Staatsweingut Weinsberg (Kreis Heilbronn), gleichzeitig Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg und älteste Weinbauschule Deutschlands (gegr. 1868), wird künftig den ersten koscheren Wein aus Baden-Württemberg produzieren. Das von der CDU-Landtagsfraktion angestoßene Projekt ist ein Novum im Weinland Baden-Württemberg und wurde am 20. Juni 2022 im Beisein von Landwirtschaftsminister Peter Hauk bei einer Pressekonferenz auf dem Neckar-Floß in Stuttgart vorgestellt. Die IRG Baden und die IRGW sind Teil des Projektes. Erstmals wurden auch die Etiketten und der Name präsentiert. Der koschere Wein wird “Le Chaim“ (Auf das Leben) heißen und als trocken ausgebauter Lemberger (Rot/Adom) sowie als trocken ausgebauter Riesling (Weiss/Lavan) erhältlich sein.

Das Projekt im Weinland Baden-Württemberg möchte die lange Verbundenheit mit dem hiesigen jüdischen Leben und Glauben vertiefen. Die Erfahrungen und neuerworbenen Kenntnisse sollen auch in die Ausbildung der Staatlichen Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (LVWO) einfließen. Das Land unterstützt das Projekt mit 20.000 Euro.

Die religiöse Aufsicht liegt in den Händen von Landesrabbiner Moshe Flomenmann (Landesrabbinat Baden) und Rabbiner Jehuda Puschkin (Ortsrabbiner Stuttgart). Die Koscher-Siegel beider Rabbiner bescheinigen, dass der koschere Wein unter strenger Beachtung der Halacha gemäß der jüdischen Speisevorschriften Kaschrut hergestellt wurde und für den Verzehr geeignet ist. Die Reben dafür werden auf ausgewählten Flächen des Staatsweingutes Weinsberg in rein jüdischer Tradition ausgebaut und nach der Ernte zu koscherem Wein verarbeitet. Für die Arbeiten stellen die jüdischen Glaubensgemeinschaften die durchführenden Personen. Die Herstellung von koscherem Wein unter den Geboten der jüdischen Speisevorschriften Kaschrut stellen besondere Anforderungen an Winzer oder Weingüter und sind mit hohem Aufwand verbunden. Kein anderes Lebensmittel unterliegt so strengen Koscher-Regeln. Die Gründe finden sich in der Tora, denn es darf kein Wein genossen werden, der von Nichtjuden eventuell zum Zwecke der Götzenanbetung erzeugt wurde. Um dies auszuschließen, gibt es genaue Anweisungen.

Offizielle Vorstellung am 20. Juni 2022 in Stuttgart

(Bildquelle: CDU-Landtagsfraktion Baden-Württemberg)

Rami Suliman, Vorsitzender IRG Baden:
„Wir Juden legen großen Wert auf gute Weine. Der koschere Wein, der nun mit Unterstützung vom Staatsweingut Weinsberg produziert und vermarktet wird, ist in meinen Augen ein Zeichen für die Normalität des Umgangs der jüdischen Religionsgemeinschaften mit der Gesellschaft und allen Bürgern Baden-Württembergs. Ich freue mich, Teil des Projekts sein zu dürfen und es allen ermöglichen zu können, guten koscheren Wein kennenzulernen. Und Sie wissen, Baden-Württemberg ist Weinland. Auch Baden ist für seine guten Weine bekannt – bestimmt ist der koschere württembergische Wein nur der Auftakt für koschere Weine aus allen Weinanbauregionen des Landes.“

Bild oben: Rami Suliman (IRG Baden) und Manuel Hagel (MdL)

Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Landesrabbinat Baden:
„Wir freuen uns sehr, dieses neue Projekt gemeinsam mit der CDU-Fraktion im Landtag gestalten zu können. Der neue, koschere Wein erhält den Namen „Le Chaim“, das heißt „Auf das Leben“. Das Judentum wird häufig nur im Zusammenhang mit Gedenken, Holocaust, Angriffen auf Menschen oder Synagogen in Zusammenhang gebracht. Mit diesem neuen Projekt möchten wir gemeinsam das lebendige, jetzige Judentum, also das Leben feiern. Das vergangene Jahr war das Jubiläumsjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ – 1700 Jahre, in denen es auch viele schöne Momente gab. Daran wollen wir anknüpfen: Lassen Sie uns gemeinsam unsere Gegenwart und Zukunft so gestalten, dass es weniger Gedenktage in der Zukunft geben muss – weil wir gemeinsam das Richtige getan und das Zusammenleben gestärkt haben.“

Bild oben: Landesrabbiner Moshe Flomenmann mit (v.l.) Rami Suliman (IRG Baden) und Manuel Hagel (MdL)

Landesrabbiner Moshe Flomenmann spricht über das Koscher-Siegel, das die Herstellung des Koscheren Wein unter Einhaltung der Kaschrut-Regeln bescheinigt.

Landesrabbiner Moshe Flomenmann (Landesrabbinat Baden) und Rabbiner Yehuda Puschkin (Ortsrabbiner Stuttgart, Vorstandsmitglied ORD) untersteht die religiöse Aufsicht des koscheren Weines aus Baden-Württemberg. Mit Peter Hauk (MdL/Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz)

Peter Hauk, MdL/Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (CDU):
„Die jüdische Gemeinde ist ein Teil von Baden-Württemberg. Mit dem Projekt „Koscherer Wein“ können sich Jüdinnen und Juden mit dem Kulturgut Wein aus Baden-Württemberg identifizieren. Das Land unterstützt das Projekt mit 20.000 Euro und stellt mit der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg als Projektpartner umfangreiches Know-how und hohe Kompetenz im Weinbau und Önologie bereit.“

Manuel Hagel, MdL/Fraktionsvorsitzender CDU-Landtagsfraktion:
„Viel zu häufig sprechen wir über Jüdisches Leben nur nach antisemitischen Anschlägen. Mit unserem Projekt „Koscherer Wein“ wollen wir genau das ändern und Jüdisches Leben dort hinbringen, wo es hingehört: in die Mitte der Gesellschaft. Mit all seiner kulturellen und religiösen Vielfalt. Das Projekt „Koscherer Wein“ bietet eine besondere Gelegenheit, jüdische Traditionen in Baden-Württemberg sichtbar zu machen. Das Zusammenführen der langen baden-württembergischen Tradition des Weinanbaus unter Einhaltung jüdischer Gesetzmäßigkeiten ist eine Initiative, die uns als CDU-Fraktion ein ganz besonderes Herzensanliegen ist. Umso bedeutender ist es, dass die Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württemberg und das Staatsweingut Weinsberg sich jetzt gemeinsam ans Werk machen.“

Bild oben: Manuel Hagel (MdL) mit (v.l.) Simon Bachmann (Staatsweingut Weinsberg), Christian Gehring (MdL) und Rami Suliman (IRG Baden)

Christian Gehring, MdL/Religionspolitischer Sprecher CDU-Landtagsfraktion:
Während der Corona-Pandemie sind leider erneut Weltverschwörungstheorien gegen jüdische Unternehmerfamilien aufgetaucht, die wir so nicht mehr für möglich gehalten hätten und auf das Schärfste verurteilen. Gemeinsam mit den israelitischen Glaubensgemeinschaften kam deshalb der Wunsch auf, jüdisches Leben in Deutschland vorzustellen, um Vorurteilen entgegenzuwirken. Darum haben wir als CDU-Landtagsfraktion die Idee der koscheren Weine entwickelt und sind dankbar für die schnelle und hervorragende Umsetzung.“

Bild oben: Christian Gehring (MdL) und Rami Suliman (IRG Baden)

Simon Bachmann, Referatsleiter der Staatlichen Versuchs- und Lehranstalt Weinsberg (LVWO) gab einen Einblick in das Verfahren und die Umsetzung vor Ort.

Das Staatsweingut Weinsberg präsentierte die Etikett-Entwürfe für die koscheren Weine
Lemberger trocken “Le Chaim – Rot" sowie Riesling trocken “Le Chaim – Weiss".

Bildquelle: Staatsweingut Weinsberg/ WINEWORLDS Weinmarketing

 

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