Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Wie kein anderer Ort symbolisiert das größte deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager die Verbrechen der Nationalsozialisten. Über sechs Millionen Jüdinnen und Juden - die Hälfte der jüdischen Bevölkerung Europas – wurden während der Schoa von den Nationalsozialisten und ihren Helfershelfern auf entsetzliche Weise systematisch ermordet. Seit 1996 wird in Deutschland am Jahrestag der Befreiung mit einem Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. 2005 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar zum internationalen Holocaust Remembrance Day erklärt. Im Gedenken all jener, die dem beispiellosen Völkermord zum Opfer fielen, finden vielerorts Veranstaltungen und Gedenkstunden statt. In vielen Formen des Gedenkens werden an diesem Tag sichtbare Zeichen gegen jede Form von Hass, Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus gesetzt.

Gedenkstunden

Landtag von Baden-Württemberg
Online-Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Landtag von Baden-Württemberg lädt am Jahrestag der Befreiung nach Ravensburg ein. Im Jahr 1937 wurde hier ein kommunales Zwangslager zur Inhaftierung der örtlichen Sinti und Roma errichtet. Der Landtag erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft. Das Gedenken kann virtuell begleitet werden. Ab 11:30 Uhr erinnern verschiedene Beiträge an die Verfolgten des Nationalsozialismus. Der gesamte Gedenktag steht später auch in der Mediathek des Landtags zur Verfügung.

Donnerstag, 27. Januar 2022, 11:30 Uhr, online
www.ltbw.de/gedenken

Deutscher Bundestag
Zentrale Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Deutsche Bundestag gedenkt am Donnerstag, 27. Januar in einer zentralen Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus. In der Gedenkstunde werden in diesem Jahr die Schoa-Überlebende Inge Auerbacher aus New York und der israelische Parlamentspräsident Mickey Levy sprechen. Die 87-jährige Zeitzeugin, deren Familienwurzeln bis Emmendingen reichen, wurde 1934 in Kippenheim geboren und wuchs in Jebenhausen und Göppingen auf. 1942 wurde sie in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Nach der Befreiung 1945 durch die Rote Armee kam die Familie zunächst in ein Flüchtlingslager für “Displaced Persons“ in Stuttgart. 1946 erfolgte die Emigration in die USA. Inge Auerbacher, die später als Chemikerin arbeitete, veröffentlichte 1986 ihre Kindheitserinnerungen, die 1990 unter dem Titel „Ich bin ein Stern“ in deutscher Übersetzung erschienen. Die zweite Gedenkrede spricht Mickey Levy, Präsident der israelischen Knesset.

Donnerstag, 27. Januar 2022, 10:00 Uhr, Plenarsaal des Reichtagsgebäudes
Live-Übertragung im Parlamentsfernsehen und auf www.bundestag.de

Kampagnen

Kampagne #WeRemember

Seit 2017 ruft der Jüdische Weltkongress World Jewish Congress gemeinsam mit der UNESCO jedes Jahr zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, zu der weltweiten Gedenkkampagne #WeRemember auf. Bei der Kampagne handelt es sich um eine digitale Erinnerungsaktion in den sozialen Medien.
www.weremember.worldjewishcongress.org

Aktion #LichtZeigen
In Kooperation mit dem Freundeskreis Yad Vashem und dem Zentralrat der Juden in Deutschland veranstalten die "Kieler Nachrichten" das Erinnern an den Holocaust mit der Aktion #LichtZeigen. Mit dem ikonischen Foto eines Chanukka-Leuchters von Rahel Posner, das vor 91 Jahren in Kiel entstand, bekennt sich eine ganze Region symbolisch zum Licht und gegen das Dunkel von Ausgrenzung, Gewalt und Vergessen. Zum 27. Januar werden fast 70.000 Exemplare dieses Fotos als Abziehfolie über die Gesamt-Druckauflage der “Kieler Nachrichten“ und der “Segeberger Zeitung“ verteilt. Foto und Leuchter sind heute in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu sehen.
Als digitale Version verfügbar unter: https://www.yad-vashem.de/licht-zeigen

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