13. Cheschwan 5787
Wöchentlicher Toraabschnitt: Lech Lecha
Karlsruhe / Baden-Baden
Kerzenzünden: 18:03 Uhr Schabbat endet: 19:08 Uhr
Mannheim / Heidelberg
Kerzenzünden: 18:02 Uhr Schabbat endet: 19:07 Uhr
Rottweil/VS
Kerzenzünden: 18:04 Uhr Schabbat endet: 19:07 Uhr
Lörrach
Kerzenzünden: 18:09 Uhr Schabbat endet: 19:12 Uhr
Freiburg
Kerzenzünden: 18:08 Uhr Schabbat endet: 19:11 Uhr
Pforzheim
Kerzenzünden: 18:03 Uhr Schabbat endet: 19:07 Uhr
Emmendingen
Kerzenzünden: 18:07 Uhr Schabbat endet: 19:11 Uhr
Konstanz
Kerzenzünden: 18:03 Uhr Schabbat endet: 19:06 Uhr
Die Pressemitteilung "Empfang der IRG Baden in Mannheim zum Neujahrsfest 5787" im Wortlaut:
Würdiger Rahmen - wichtige Themen - große Geschlossenheit
Der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) lud zum diesjährigen Neujahrsempfang in den Alice-Bensheimer-Saal des Congress Centers Rosengarten in Mannheim ein und alle kamen. Über zweihundert Vertreter aus den jüdischen Gemeinden im Land, aus Politik und Verwaltung, von zivilgesellschaftlichen Organisationen und von Kirchen sowie Religionsgemeinschaften erlebten am Donnerstag, 17.09.2026 einen zweieinhalbstündigen Empfang der IRG Baden anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes 5787. Der Oberbürgermeister der gastgebenden Stadt Christian Specht zeigte sich beeindruckt davon, dass die wichtigsten Persönlichkeiten Badens an diesem Abend an einem Ort versammelt seien, wozu er der IRG Baden ausdrücklich gratulierte.
Gewohnt locker, schlagfertig und zugewandt führte Moderatorin Sharon durch das Programm. In seiner Begrüßungsrede ging der Vorsitzende der IRG Baden auf die kürzlichen Erfolge der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ein und zeigte sich tief besorgt. Er machte aber deutlich, dass sich die jüdische Gemeinschaft nicht über Bedrohung, erforderliche Sicherheitsmaßnahmen oder Antisemitismus definieren lassen wolle. Jüdisches Leben sei ein Teil der baden-württembergischen Lebenswirklichkeit. Die jüdische Jugend werde ermuntert, ihre jüdische Identität zu leben. Die jüdischen Gemeinden ließen sich nicht einschüchtern. Jüdisches Leben finde statt. „Wir sind jüdisch und deutsch. Das ist kein Widerspruch. Das ergänzt sich. Wir müssen uns nicht entscheiden, wir sind beides.“
Der stellvertretende Ministerpräsident des Landes, Innenminister Manuel Hagel hob in seiner Ansprache die Bedeutung des jüdischen Lebens für Baden-Württemberg hervor. „Wenn die Sicherheit Israels die Staatsräson Deutschlands ist“ so sagte er, „dann ist die Sicherheit des jüdischen Lebens vor Ort die Staatsräson Baden-Württembergs“. Wie eng jüdische Impulse mit der Gesellschaft verwoben sind, belegte er mit Beispielen die Übernahme jüdischer Inhalte in den Alltag der Mehrheitsgesellschaft. Dabei verwies er auch auf den Ursprung des Wunsches „Guten Rutsch“ zu Silvester, der nichts mit Rutschen zu tun hat, sondern mit Rosch, dem „Kopf des Jahres“.
Thomas Strobl, Parlamentspräsident und langjähriger Vorgänger als Innenminister bekräftigte die Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft auch seitens des Parlaments. Er bekräftigte, dass das jüdische Leben Bestandteil Baden- Württembergs sei.
Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheim, Prof. Deborah Kämper ließ die Festgemeinde in beeindruckender Weise teilhaben am Wirken der Namensgeberin des Festsaals Alice Bensheimer durch ein KI-unterstütztes Zwiegespräch mit der Mäzenin und jüdischen Wegbereiterin der jüdischen und kommunalen Wohlfahrt in Mannheim.
Landes- und Polizeirabbiner Moshe Flomenmann erläuterte den Anwesenden den Hintergrund des jüdischen Neujahrsfestes. Wichtig sei eine Zeit der geistigen Einkehr. Er ermutigte dazu, mit dem Allmächtigen in den Dialog und in Verhandlungen zu treten. Er wies aber darauf hin, dass Gebete nicht sofort erhört werden müssen.
Glanzvoll umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Solistin Shachar Lavi vom Mannheimer Opernhaus Nationaltheater in Begleitung des Pianisten Elischa Kravitz.
In einer kurzen Podiumsdiskussion unter der Leitung von Dr. Michael Blume diskutierten einige der Vortragenden und die Erziehungsreferentin der IRG Baden Susanne Benizri-Wedde über aktuelle Herausforderungen und persönliche Einschätzungen des jüdischen Lebens.
Höhepunkt des Festakts war die Performance der Jugendlichen von JuJuBa, der Jugendarbeit der Religionsgemeinschaft. Sie zeigten den Gesangs- und Tanzact, der im Mai 2026 in Stuttgart den ersten Platz beim bundesweiten Wettbewerb Jewrovision geholt hatte, zum dritten Mal nach 2015 und 2016. Standing Ovations waren der gerechte Lohn.
Bei leckeren Speisen und anregenden Gespräche blieben die Gäste noch lange vor Ort.




Der Landesrabbiner in Baden, die Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche Baden sowie der Erzbischof der Erzdiözese Freiburg grüßen die jüdischen und christlichen Gemeinden zu den Feiertagen. Das Grusswort im Wortlaut:
Im Nissan 5786/März 2026
Liebe Gemeinden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg,
in diesem Jahr werden Pessach und Ostern zur selben Zeit gefeiert. Das ist ein Zeichen der Verbundenheit, ein Zeichen der Herkunft des Christentums aus dem Judentum und für die gemeinsamen Aufgaben, die vor uns liegen.
Verbunden dürfen wir uns fühlen, weil wir, wie es im diesjährigen Motto der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit heißt, „Schulter an Schulter“ stehen. Dieses aus dem Buch Zefanja entlehnte Wort zeugt von einer zukünftigen, aber auch sehr gegenwärtigen Vorstellung: Gemeinsam vor dem Ewigen, dem Einen zu stehen, der uns alle ins Dasein gerufen hat. So drückt sich auch die Herkunft der christlichen Tradition aus der jüdischen aus, denn wir teilen in unseren heiligen Schriften auch ebenjene Überlieferung des Propheten Zefanja. Er legt uns nahe, G“tt „mit reiner Lippe“ anzurufen, also in unseren jeweils unterschiedlichen liturgischen Traditionen, aber auch im G“ttesdienst an den Menschen und unserer irdischen Umwelt reinen Herzens und reinen Geistes vor den Ewigen zu treten und uns gemeinsam für die „Wiederherstellung der Welt“ (tikkun olam) oder „Sorge für das gemeinsame Haus“ einzusetzen.
Diese zeitlich gemeinsame, rituell jedoch getrennte Feier von Ostern und Pessach, sie möge Ihnen allen Hoffnung und Freude schenken. Ebenso kann sie Ansporn sein, dass sich jüdische und christliche Gemeinden besinnen, was sie spirituell und theologisch voneinander lernen können, wenn Jüdinnen und Juden den Ewigen mit „mein Banner und meine Zuflucht“ (Adon olam) oder Christinnen und Christen mit „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ anrufen. Oder dass wir uns alle gemeinsam der Frage stellen, wie wir für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sorgen können, indem wir uns zusammen der Armen und Bedürftigen annehmen.
Wir wünschen den jüdischen Gemeinden „Chag Pessach Sameach“ und den christlichen Gemeinden frohe und gesegnete Ostertage!
Ihr Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
Ihre Landesbischöfin Heike Springhart, Evangelische Landeskirche Baden
Ihr Erzbischof Stephan Burger, Erzdiözese Freiburg
Karlsruhe. Der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) hat in seiner Sitzung am 22.03.2026 turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Dabei trat eine große Geschlossenheit zu Tage. Tatjana Malafy stand aus persönlichen Gründen nach über 12-jähriger Vorstandstätigkeit nicht mehr zur Verfügung - sie wurde herzlich aus dem Vorstand vorabschiedet. Die anderen Vorstandsmitglieder kandidierten erneut. Sie vertreten die IRG Baden bereits seit mehreren Wahlperioden - teilweise seit 13 Jahren. Die einzelnen Wahlergebnisse stellen angesichts der bereits zurückgelegten Amtszeiten große Vertrauensbeweise dar - sie erfolgten jeweils einstimmig.
Alle kandidierenden Vorstandsmitglieder wurden erneut gewählt. Ruslan Manashirov übernahm erstmals ein Vorstandsamt.
Als Vorsitzender amtiert weiterhin Rami Suliman von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim. Zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurden Robert Fritsch von der Jüdischen Kultusgemeinde Heidelberg und Bianca Nissim von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim. Rita Althausen von der Jüdischen Gemeinde Mannheim und Ruslan Manashirov von der Jüdischen Gemeinde Emmendingen komplettieren den Vorstand.
Als Delegierte im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland wurden Rami Suliman und Bianca Nissim wiedergewählt.
Foto v.l.: Rita Althausen (Beisitzerin), Dr. Robert Fritsch (stv. Vorsitzender), Rami Suliman (Vorsitzender), Bianca Nissim (stv. Vorsitzende) und Ruslan Manashirov (Beisitzer).
Hintergrund:
Die IRG Baden ist als Religionsgemeinschaft der Dachverband der Juden im Landesteil Baden mit etwa 5.000 Mitgliedern. Ihr untergliedert sind zehn jüdische Gemeinden in Baden-Baden, Emmendingen, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Lörrach, Mannheim, Pforzheim und Rottweil. Die IRG Baden ist Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Pforzheimer Unternehmer Rami Suliman wurde erstmals im Januar 2013 zum ehrenamtlichen Vorsitzenden der IRG Baden gewählt. Die Verwaltung leitet seit Januar 2014 Hauptgeschäftsführer Assessor jur. Thorsten Orgonas. Die Geschäftsstelle der IRG Baden befindet sich in Karlsruhe.
Am 10. Februar 2026 traf sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Ende seiner Amtszeit mit den geschäftsführenden Vorständen der Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württembergs. Beim gemeinsamen Abschiedsessen in der Villa Reitzenstein in Stuttgart würdigten der IRG Baden Vorstand, Rami Suliman (Vorsitzender) und Bianca Nissim (stv. Vorsitzende) die vertrauensvolle und sehr gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und die enge gewachsene Verbundenheit zwischen dem Land und den jüdischen Gemeinden.
Winfried Kretschmann betonte, dass ihm der Austausch über die Jahre immer eine Herzensangelegenheit gewesen sei: „Jüdisches Leben gehört zu unserem Land. Das jüdische Leben erinnert uns zudem, warum es sich lohnt, für unsere Demokratie einzutreten und unsere Freiheit zu bewahren!“
Foto (@ Staatsministerium Stuttgart): Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Vorstand der IRG Baden Rami Suliman (Vorsitzender, 2. v. re.) und Bianca Nissim (stv. Vorsitzende, 3. v. li), dem IRG Baden Geschäftsführer Thorsten Orgonas (2. v. li) sowie dem Vorstand der IRG Württembergs und dem Antisemitismusbeauftragten Dr. Michael Blume.
