11. Aw 5786
Wöchentlicher Toraabschnitt: Waet´chanan Schabbat Nachamu
Karlsruhe / Baden-Baden
Kerzenzünden: 20:58 Uhr Schabbat endet: 22:14 Uhr
Mannheim / Heidelberg
Kerzenzünden: 20:59 Uhr Schabbat endet: 22:15 Uhr
Rottweil/VS
Kerzenzünden: 20:54 Uhr Schabbat endet: 22:09 Uhr
Lörrach
Kerzenzünden: 20:56 Uhr Schabbat endet: 22:09 Uhr
Freiburg
Kerzenzünden: 20:57 Uhr Schabbat endet: 22:11 Uhr
Pforzheim
Kerzenzünden: 20:57 Uhr Schabbat endet: 22:12 Uhr
Emmendingen
Kerzenzünden: 20:57 Uhr Schabbat endet: 22:11 Uhr
Konstanz
Kerzenzünden: 20:50 Uhr Schabbat endet: 22:04 Uhr
Der Landesrabbiner in Baden, die Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche Baden sowie der Erzbischof der Erzdiözese Freiburg grüßen die jüdischen und christlichen Gemeinden zu den Feiertagen. Das Grusswort im Wortlaut:
Im Nissan 5786/März 2026
Liebe Gemeinden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg,
in diesem Jahr werden Pessach und Ostern zur selben Zeit gefeiert. Das ist ein Zeichen der Verbundenheit, ein Zeichen der Herkunft des Christentums aus dem Judentum und für die gemeinsamen Aufgaben, die vor uns liegen.
Verbunden dürfen wir uns fühlen, weil wir, wie es im diesjährigen Motto der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit heißt, „Schulter an Schulter“ stehen. Dieses aus dem Buch Zefanja entlehnte Wort zeugt von einer zukünftigen, aber auch sehr gegenwärtigen Vorstellung: Gemeinsam vor dem Ewigen, dem Einen zu stehen, der uns alle ins Dasein gerufen hat. So drückt sich auch die Herkunft der christlichen Tradition aus der jüdischen aus, denn wir teilen in unseren heiligen Schriften auch ebenjene Überlieferung des Propheten Zefanja. Er legt uns nahe, G“tt „mit reiner Lippe“ anzurufen, also in unseren jeweils unterschiedlichen liturgischen Traditionen, aber auch im G“ttesdienst an den Menschen und unserer irdischen Umwelt reinen Herzens und reinen Geistes vor den Ewigen zu treten und uns gemeinsam für die „Wiederherstellung der Welt“ (tikkun olam) oder „Sorge für das gemeinsame Haus“ einzusetzen.
Diese zeitlich gemeinsame, rituell jedoch getrennte Feier von Ostern und Pessach, sie möge Ihnen allen Hoffnung und Freude schenken. Ebenso kann sie Ansporn sein, dass sich jüdische und christliche Gemeinden besinnen, was sie spirituell und theologisch voneinander lernen können, wenn Jüdinnen und Juden den Ewigen mit „mein Banner und meine Zuflucht“ (Adon olam) oder Christinnen und Christen mit „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ anrufen. Oder dass wir uns alle gemeinsam der Frage stellen, wie wir für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sorgen können, indem wir uns zusammen der Armen und Bedürftigen annehmen.
Wir wünschen den jüdischen Gemeinden „Chag Pessach Sameach“ und den christlichen Gemeinden frohe und gesegnete Ostertage!
Ihr Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
Ihre Landesbischöfin Heike Springhart, Evangelische Landeskirche Baden
Ihr Erzbischof Stephan Burger, Erzdiözese Freiburg
Karlsruhe. Der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) hat in seiner Sitzung am 22.03.2026 turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt. Dabei trat eine große Geschlossenheit zu Tage. Tatjana Malafy stand aus persönlichen Gründen nach über 12-jähriger Vorstandstätigkeit nicht mehr zur Verfügung - sie wurde herzlich aus dem Vorstand vorabschiedet. Die anderen Vorstandsmitglieder kandidierten erneut. Sie vertreten die IRG Baden bereits seit mehreren Wahlperioden - teilweise seit 13 Jahren. Die einzelnen Wahlergebnisse stellen angesichts der bereits zurückgelegten Amtszeiten große Vertrauensbeweise dar - sie erfolgten jeweils einstimmig.
Alle kandidierenden Vorstandsmitglieder wurden erneut gewählt. Ruslan Manashirov übernahm erstmals ein Vorstandsamt.
Als Vorsitzender amtiert weiterhin Rami Suliman von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim. Zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurden Robert Fritsch von der Jüdischen Kultusgemeinde Heidelberg und Bianca Nissim von der Jüdischen Gemeinde Pforzheim. Rita Althausen von der Jüdischen Gemeinde Mannheim und Ruslan Manashirov von der Jüdischen Gemeinde Emmendingen komplettieren den Vorstand.
Als Delegierte im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland wurden Rami Suliman und Bianca Nissim wiedergewählt.
Foto v.l.: Rita Althausen (Beisitzerin), Dr. Robert Fritsch (stv. Vorsitzender), Rami Suliman (Vorsitzender), Bianca Nissim (stv. Vorsitzende) und Ruslan Manashirov (Beisitzer).
Hintergrund:
Die IRG Baden ist als Religionsgemeinschaft der Dachverband der Juden im Landesteil Baden mit etwa 5.000 Mitgliedern. Ihr untergliedert sind zehn jüdische Gemeinden in Baden-Baden, Emmendingen, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz, Lörrach, Mannheim, Pforzheim und Rottweil. Die IRG Baden ist Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland. Der Pforzheimer Unternehmer Rami Suliman wurde erstmals im Januar 2013 zum ehrenamtlichen Vorsitzenden der IRG Baden gewählt. Die Verwaltung leitet seit Januar 2014 Hauptgeschäftsführer Assessor jur. Thorsten Orgonas. Die Geschäftsstelle der IRG Baden befindet sich in Karlsruhe.
Am 10. Februar 2026 traf sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Ende seiner Amtszeit mit den geschäftsführenden Vorständen der Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württembergs. Beim gemeinsamen Abschiedsessen in der Villa Reitzenstein in Stuttgart würdigten der IRG Baden Vorstand, Rami Suliman (Vorsitzender) und Bianca Nissim (stv. Vorsitzende) die vertrauensvolle und sehr gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und die enge gewachsene Verbundenheit zwischen dem Land und den jüdischen Gemeinden.
Winfried Kretschmann betonte, dass ihm der Austausch über die Jahre immer eine Herzensangelegenheit gewesen sei: „Jüdisches Leben gehört zu unserem Land. Das jüdische Leben erinnert uns zudem, warum es sich lohnt, für unsere Demokratie einzutreten und unsere Freiheit zu bewahren!“
Foto (@ Staatsministerium Stuttgart): Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Vorstand der IRG Baden Rami Suliman (Vorsitzender, 2. v. re.) und Bianca Nissim (stv. Vorsitzende, 3. v. li), dem IRG Baden Geschäftsführer Thorsten Orgonas (2. v. li) sowie dem Vorstand der IRG Württembergs und dem Antisemitismusbeauftragten Dr. Michael Blume.
"Dein Wort ist eine Leuchte meinen Füssen und ein Licht auf meinem Weg." (Psalm 119.105)
Unter diesem Motto fand am 20. Dezember 2025, dem 1. Tewet 5786, zum zweiten Mal ein Gemeinsamer Festakt statt, zu dem die IRG Baden und die christlichen Kirchen in Baden und Württemberg in das CongressCentrum Pforzheim (CCP) geladen hatten. Im Rahmen von Chanukka 5786 und Advent 2025 setzten die Veranstalter, unter ihnen auch die IRG Württembergs und die Stadt Pforzheim, ein sichtbares Zeichen für Frieden und Verständigung. Zahlreiche Ehrengäste aus Religion und Politik nahmen daran teil.
Kurzweilig führte Moderatorin Sharon Suliman vor über 250 Gäste aus ganz Baden-Württemberg durch ein vielfältiges Programm. Im Fokus des Festaktes stand die Verbundenheit zwischen den Religionen. Am vorletzten Abend des Chanukkafestes 5786 entzündeten die Ehrengäste sieben Lichter des Chanukkaleuchters als Zeichen des Friedens und der Hoffnung und sprachen Grußworte, unter ihnen Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart (Ev. Kirche Baden) und Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg), Hon-Prof. Barbara Traub (IRG Württembergs), Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Ev. Landeskirche Württemberg) und Bischof Dr. Klaus Krämer (Diözese Rottenburg-Stuttgart), Ahmet Kurt (Êzîdisches Zentrum BW-Pforzheim) und Amir Al Kheder (Sêxh, Êzîdische Gemeinschaft) Oberbürgermeister Peter Boch (Pforzheim) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (MdL, FDP-Landesvorsitzender ) sowie Gunter Krichbaum (MdB, Staatsminister für Europa)) und Rami Suliman (Vorsitzender, IRG Baden und Jüdische Gemeinde Pforzheim). In seiner Ansprache wies Rami Suliman auf die Gefahr von Schubladendenken hin, dem entgegenzuwirken kämen beim Festakt die Vertreter der verschiedenen Religionen zum vertiefenden und versöhnlichen Verständnis zusammen. Er hoffe, dass dieses gelungene Beispiel aus Baden-Württemberg ein Licht in die Welt trage, das zur Nachahmung einlade.

In gemeinsamer Runde: v.l. Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart (EKIBA), Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Vorsitzender Rami Suliman (IRG Baden/JGPF), Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg) und Bischof Dr. Klaus Krämer (Diözese Rottenburg-Stuttgart)
Wie verbunden die religiösen Gemeinschaften zusammen arbeiten verdeutlichten im ersten Podiumsgespräch Dekanin Christiane Quincke (Ev. Kirche Pforzheim), Tobias Gfell (Leit. Referent, Kath. Kirche Pforzheim), Pfarrer Jochen Maurer (Landeskirchl. Beauftragter für das christlich-jüdische Gespräch), Dr. Dr. Fabian Freiseis (Leitung Referat Ökumene, Erzd. Freiburg) und Rami Suliman, die sich über die aktuellen gegenseitigen Beziehungen und gesellschaftlichen Herausforderungen austauschten. Im Mittelpunkt des zweiten Podiumsgesprächs mit Dr. Michael Blume (Religionswissenschaftler, Beauftragter gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben BW) und Mitgliedern der Êzîdischen Gemeinde BW/Pforzheim stand die Verbundenheit mit den in Pforzheim lebenden Jesidinnen und Jesiden. Die Feier wurde virtuos untermalt von Maya Joffe (Violine) und Pavel Khlopovsky (Gitarre) und klang aus bei Musik und Tanz mit frohem Beisammensein und herzlichen Begegnungen.
Bild oben links: Landtagspräsidentin Muhterem Aras entzündet den Schamasch (Diener) der Chanukkia mit Rami Suliman
