3. Nissan 5786
Wöchentlicher Toraabschnitt: Wajikra
Karlsruhe / Baden-Baden
Kerzenzünden: 18:21 Uhr Schabbat endet: 19:28 Uhr
Mannheim / Heidelberg
Kerzenzünden: 18:20 Uhr Schabbat endet: 19:27 Uhr
Rottweil/VS
Kerzenzünden: 18:20 Uhr Schabbat endet: 19:26 Uhr
Lörrach
Kerzenzünden: 18:24 Uhr Schabbat endet: 19:29 Uhr
Freiburg
Kerzenzünden: 18:23 Uhr Schabbat endet: 19:29 Uhr
Pforzheim
Kerzenzünden: 18:20 Uhr Schabbat endet: 19:26 Uhr
Emmendingen
Kerzenzünden: 18:23 Uhr Schabbat endet: 19:29 Uhr
Konstanz
Kerzenzünden: 18:18 Uhr Schabbat endet: 19:23 Uhr
Am 10. Februar 2026 traf sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann zum Ende seiner Amtszeit mit den geschäftsführenden Vorständen der Israelitischen Religionsgemeinschaften Baden und Württembergs. Beim gemeinsamen Abschiedsessen in der Villa Reitzenstein in Stuttgart würdigten der IRG Baden Vorstand, Rami Suliman (Vorsitzender) und Bianca Nissim (stv. Vorsitzende) die vertrauensvolle und sehr gute Zusammenarbeit mit der Landesregierung und die enge gewachsene Verbundenheit zwischen dem Land und den jüdischen Gemeinden.
Winfried Kretschmann betonte, dass ihm der Austausch über die Jahre immer eine Herzensangelegenheit gewesen sei: „Jüdisches Leben gehört zu unserem Land. Das jüdische Leben erinnert uns zudem, warum es sich lohnt, für unsere Demokratie einzutreten und unsere Freiheit zu bewahren!“
Foto (@ Staatsministerium Stuttgart): Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Vorstand der IRG Baden Rami Suliman (Vorsitzender, 2. v. re.) und Bianca Nissim (stv. Vorsitzende, 3. v. li), dem IRG Baden Geschäftsführer Thorsten Orgonas (2. v. li) sowie dem Vorstand der IRG Württembergs und dem Antisemitismusbeauftragten Dr. Michael Blume.
"Dein Wort ist eine Leuchte meinen Füssen und ein Licht auf meinem Weg." (Psalm 119.105)
Unter diesem Motto fand am 20. Dezember 2025, dem 1. Tewet 5786, zum zweiten Mal ein Gemeinsamer Festakt statt, zu dem die IRG Baden und die christlichen Kirchen in Baden und Württemberg in das CongressCentrum Pforzheim (CCP) geladen hatten. Im Rahmen von Chanukka 5786 und Advent 2025 setzten die Veranstalter, unter ihnen auch die IRG Württembergs und die Stadt Pforzheim, ein sichtbares Zeichen für Frieden und Verständigung. Zahlreiche Ehrengäste aus Religion und Politik nahmen daran teil.
Kurzweilig führte Moderatorin Sharon Suliman vor über 250 Gäste aus ganz Baden-Württemberg durch ein vielfältiges Programm. Im Fokus des Festaktes stand die Verbundenheit zwischen den Religionen. Am vorletzten Abend des Chanukkafestes 5786 entzündeten die Ehrengäste sieben Lichter des Chanukkaleuchters als Zeichen des Friedens und der Hoffnung und sprachen Grußworte, unter ihnen Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart (Ev. Kirche Baden) und Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg), Hon-Prof. Barbara Traub (IRG Württembergs), Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl (Ev. Landeskirche Württemberg) und Bischof Dr. Klaus Krämer (Diözese Rottenburg-Stuttgart), Ahmet Kurt (Êzîdisches Zentrum BW-Pforzheim) und Amir Al Kheder (Sêxh, Êzîdische Gemeinschaft) Oberbürgermeister Peter Boch (Pforzheim) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (MdL, FDP-Landesvorsitzender ) sowie Gunter Krichbaum (MdB, Staatsminister für Europa)) und Rami Suliman (Vorsitzender, IRG Baden und Jüdische Gemeinde Pforzheim). In seiner Ansprache wies Rami Suliman auf die Gefahr von Schubladendenken hin, dem entgegenzuwirken kämen beim Festakt die Vertreter der verschiedenen Religionen zum vertiefenden und versöhnlichen Verständnis zusammen. Er hoffe, dass dieses gelungene Beispiel aus Baden-Württemberg ein Licht in die Welt trage, das zur Nachahmung einlade.

In gemeinsamer Runde: v.l. Landesbischöfin Prof. Dr. Heike Springhart (EKIBA), Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Vorsitzender Rami Suliman (IRG Baden/JGPF), Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg) und Bischof Dr. Klaus Krämer (Diözese Rottenburg-Stuttgart)
Wie verbunden die religiösen Gemeinschaften zusammen arbeiten verdeutlichten im ersten Podiumsgespräch Dekanin Christiane Quincke (Ev. Kirche Pforzheim), Tobias Gfell (Leit. Referent, Kath. Kirche Pforzheim), Pfarrer Jochen Maurer (Landeskirchl. Beauftragter für das christlich-jüdische Gespräch), Dr. Dr. Fabian Freiseis (Leitung Referat Ökumene, Erzd. Freiburg) und Rami Suliman, die sich über die aktuellen gegenseitigen Beziehungen und gesellschaftlichen Herausforderungen austauschten. Im Mittelpunkt des zweiten Podiumsgesprächs mit Dr. Michael Blume (Religionswissenschaftler, Beauftragter gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben BW) und Mitgliedern der Êzîdischen Gemeinde BW/Pforzheim stand die Verbundenheit mit den in Pforzheim lebenden Jesidinnen und Jesiden. Die Feier wurde virtuos untermalt von Maya Joffe (Violine) und Pavel Khlopovsky (Gitarre) und klang aus bei Musik und Tanz mit frohem Beisammensein und herzlichen Begegnungen.
Bild oben links: Landtagspräsidentin Muhterem Aras entzündet den Schamasch (Diener) der Chanukkia mit Rami Suliman
Karlsruhe. „Wir haben gemeinsam einen Abend erlebt, der verschiedene Generationen zu Wort kommen ließ und unterschiedliche jüdische Erlebnisräume, Perspektiven und Ausdrucksformen sichtbar machte. Alle aber einte der Wunsch, das Judentum in seiner Lebendigkeit, Aktivität und Positivität zu zeigen und Zukunftsperspektiven in der Mitte einer pluralistischen Gesellschaft auszuloten“ sagte Moderatorin Susanne Benizri-Wedde und brachte damit den Inhalt der Veranstaltung auf den Punkt.
Fast sechzig Teilnehmer waren am Mittwoch, 26.11.2025 nach Heidelberg gekommen, um die Programmauftakt des Jüdischen Bildungswerks (JBW) in Baden mitzuerleben. Die Bildungsreferentin der IRG Baden Shulamit Rom führte mit leichter Hand gekonnt durch den kurzweiligen Abend.
Rita Althausen, Michael Friedman, Naomi Ellenbogen und Shushan Pushkin brachten dem Publikum in einem Podiumsgespräch verschiedene, sehr persönlich gefärbte Perspektiven jüdischen Lebens nahe. Das Gespräch war thematisch weit gefächert und streifte Programme zur Aufklärung in Schulen wie Meet A Jew, Fragen der Demografie, die auch die jüdischen Gemeinden stark bewegen, den Bedarf an jüdischer Infrastruktur wie Kindertagesstätten und Schulen sowie das Leben in anderen Ländern. Für die Zukunftsperspektiven gab es skeptische und zuversichtlichere Einschätzungen. Weder Schönfärberei noch Schwarzmalerei – vielmehr differenzierte Aussagen, die sich zu einem Gesamtbild zusammensetzten. Rita Althausen betonte: „Wichtig ist das Bewusstsein der geschichtlichen Verankerung des Judentums in Deutschland. Wir sind Teil der Gesellschaft und wollen es bleiben. Aber wir erwarten auch, dass die Gesellschaft uns wahrnimmt, wie wir sind, ohne Vorurteile und ohne Verallgemeinerungen.“
Ein musikalischer Genuss war der Auftritt der Sopranistin Shani Oshri, die in ihrer Darbietung, virtuos begleitet von einem Gitarristen, verschiedenen künstlerische Strömungen im Judentum miteinander verband. Die Mensa der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg steuerte ein herzhaftes koscheres Büfett bei. So kamen alle Sinne zu ihrem Recht. Bei lebhaften Gesprächen allderjenigen, die an der Veranstaltung des JBW teilgenommen hatten, klang der Abend langsam aus.
Bild: Auftaktveranstaltung des Jüdischen Bildungswerks: v.l. Halyna Dohayman, Rabbiner Jona David Pawelczyk-Kissin, Susanne Benizri-Wedde, Dr. des. Shulamit Rom (JBW), Dr. Robert Fritsch (stv. Vorsitzender IRG Baden), Dr. Andreas Brämer (Rektor, HfJS Heidelberg), Shushan Pushkin, Michael Friedmann, Naomi Ellenbogen und Rita Althausen (Vorstandsmitglied IRG Baden). (Foto: Philipp Rothe)
Pressemitteilung 28.11.2025: Jüdisches Bildungswerk tritt in die Öffentlichkeit
Karlsruhe. „Die Jugend ist unsere Zukunft. Junge Gemeindemitglieder sind sehr aktiv und repräsentieren eine neue Generation jüdischen Lebens, das macht mich stolz und freut mich sehr. Aber was noch fehlt ist, dass sich mehr junge Mitglieder für die Religion interessieren, zum Gebet kommen, daran müssen wir arbeiten, dann passt alles noch besser zusammen“ sagte der Vorsitzende der IRG Baden anlässlich des erstmals durchgeführten Neujahrsempfangs der jüdischen Religionsgemeinschaft, zu der fast 240 Gäste den Weg in den Bürgersaal des Rathauses in Karlsruhe fanden.
Rosch Haschana, das jüdische Neujahrsfest, das jeweils im Herbst gefeiert wird, zeichnet aus, dass „der einzelne das Vergangene prüft, seine Schlüsse zieht und mit neuen Zielen und neuem Mut das neue Jahr beginnt“, erläuterte Landesrabbiner Moshe Flomenmann den versammelten Gästen.
Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der Verdienstmedaille der IRG Baden an die aus 18 Mitgliedern bestehenden Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und zur Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs (im Folgenden: AG Gurs).
"Solche Aktivitäten gehen immer von einzelnen aus, die erkennen, dass etwas getan werden muss. Gerade die Geschichte der Stadt Karlsruhe ist von Beginn an mit der jüdischen Bevölkerung verbunden gewesen. Ich bin dankbar, dass sich unsere Vorgänger zusammengetan haben, die Arbeitsgemeinschaft gründeten und das wichtige Werk begannen, das über die Erinnerung Schlussfolgerungen für die Zukunft zieht und so unsere Gegenwart gestaltet." hob Oberbürgermeister Frank Mentrup in seiner Dankesrede hervor.
Für jedes Mitglied der Arbeitsgemeinschaft war eine eigene Verdienstmedaille angefertigt worden. Der Vorsitzende Rami Suliman und die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Robert Fritsch und Bianca Nissim übergaben die Verdienstmedaillen und die dazu gehörenden Urkunden.
Umrahmt wurde die Veranstaltung, die der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster, die Landtagspräsidentin Muhterem Aras, der stv. Ministerpräsident Thomas Strobl und OB Frank Mentrup mit ihren Grußworten einleiteten, von zwei beeindruckenden musikalischen Darbietungen der 15-jährigen Fenella Bockmaier am Konzertflügel und der Mezzosopranistin Shachar Lavi. Der Tanz- und Gesangsact von JuJuBa, der Jugendorganisation der IRG Baden, der bei der diesjährigen Jewrovision einen hervorragenden zweiten Platz belegt hatte, sorgte für einen stimmungsvollen Ausklang des Programms.
Beim anschließenden Stehempfang tauschten sich die Gäste intensiv und ausdauernd aus.
Bild: Der Vorstand der IRG Baden mit den mit der Verdienstmedaille der IRG Baden geehrten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und zur Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs. (Foto: Andrea Fabry)
PI: Neujahrsempfang der IRG Baden - AG Gurs mit Verdienstmedaille der IRG Baden ausgezeichnet
