Die Pressemitteilung "Empfang der IRG Baden in Mannheim zum Neujahrsfest 5787" im Wortlaut:
Würdiger Rahmen - wichtige Themen - große Geschlossenheit
Der Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG Baden) lud zum diesjährigen Neujahrsempfang in den Alice-Bensheimer-Saal des Congress Centers Rosengarten in Mannheim ein und alle kamen. Über zweihundert Vertreter aus den jüdischen Gemeinden im Land, aus Politik und Verwaltung, von zivilgesellschaftlichen Organisationen und von Kirchen sowie Religionsgemeinschaften erlebten am Donnerstag, 17.09.2026 einen zweieinhalbstündigen Empfang der IRG Baden anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes 5787. Der Oberbürgermeister der gastgebenden Stadt Christian Specht zeigte sich beeindruckt davon, dass die wichtigsten Persönlichkeiten Badens an diesem Abend an einem Ort versammelt seien, wozu er der IRG Baden ausdrücklich gratulierte.
Gewohnt locker, schlagfertig und zugewandt führte Moderatorin Sharon durch das Programm. In seiner Begrüßungsrede ging der Vorsitzende der IRG Baden auf die kürzlichen Erfolge der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ein und zeigte sich tief besorgt. Er machte aber deutlich, dass sich die jüdische Gemeinschaft nicht über Bedrohung, erforderliche Sicherheitsmaßnahmen oder Antisemitismus definieren lassen wolle. Jüdisches Leben sei ein Teil der baden-württembergischen Lebenswirklichkeit. Die jüdische Jugend werde ermuntert, ihre jüdische Identität zu leben. Die jüdischen Gemeinden ließen sich nicht einschüchtern. Jüdisches Leben finde statt. „Wir sind jüdisch und deutsch. Das ist kein Widerspruch. Das ergänzt sich. Wir müssen uns nicht entscheiden, wir sind beides.“
Der stellvertretende Ministerpräsident des Landes, Innenminister Manuel Hagel hob in seiner Ansprache die Bedeutung des jüdischen Lebens für Baden-Württemberg hervor. „Wenn die Sicherheit Israels die Staatsräson Deutschlands ist“ so sagte er, „dann ist die Sicherheit des jüdischen Lebens vor Ort die Staatsräson Baden-Württembergs“. Wie eng jüdische Impulse mit der Gesellschaft verwoben sind, belegte er mit Beispielen die Übernahme jüdischer Inhalte in den Alltag der Mehrheitsgesellschaft. Dabei verwies er auch auf den Ursprung des Wunsches „Guten Rutsch“ zu Silvester, der nichts mit Rutschen zu tun hat, sondern mit Rosch, dem „Kopf des Jahres“.
Thomas Strobl, Parlamentspräsident und langjähriger Vorgänger als Innenminister bekräftigte die Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft auch seitens des Parlaments. Er bekräftigte, dass das jüdische Leben Bestandteil Baden- Württembergs sei.
Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Mannheim, Prof. Deborah Kämper ließ die Festgemeinde in beeindruckender Weise teilhaben am Wirken der Namensgeberin des Festsaals Alice Bensheimer durch ein KI-unterstütztes Zwiegespräch mit der Mäzenin und jüdischen Wegbereiterin der jüdischen und kommunalen Wohlfahrt in Mannheim.
Landes- und Polizeirabbiner Moshe Flomenmann erläuterte den Anwesenden den Hintergrund des jüdischen Neujahrsfestes. Wichtig sei eine Zeit der geistigen Einkehr. Er ermutigte dazu, mit dem Allmächtigen in den Dialog und in Verhandlungen zu treten. Er wies aber darauf hin, dass Gebete nicht sofort erhört werden müssen.
Glanzvoll umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Solistin Shachar Lavi vom Mannheimer Opernhaus Nationaltheater in Begleitung des Pianisten Elischa Kravitz.
In einer kurzen Podiumsdiskussion unter der Leitung von Dr. Michael Blume diskutierten einige der Vortragenden und die Erziehungsreferentin der IRG Baden Susanne Benizri-Wedde über aktuelle Herausforderungen und persönliche Einschätzungen des jüdischen Lebens.
Höhepunkt des Festakts war die Performance der Jugendlichen von JuJuBa, der Jugendarbeit der Religionsgemeinschaft. Sie zeigten den Gesangs- und Tanzact, der im Mai 2026 in Stuttgart den ersten Platz beim bundesweiten Wettbewerb Jewrovision geholt hatte, zum dritten Mal nach 2015 und 2016. Standing Ovations waren der gerechte Lohn.
Bei leckeren Speisen und anregenden Gespräche blieben die Gäste noch lange vor Ort.




