Der Landesrabbiner in Baden, die Landesbischöfin der Evangelischen Landeskirche Baden sowie der Erzbischof der Erzdiözese Freiburg grüßen die jüdischen und christlichen Gemeinden zu den Feiertagen. Das Grusswort im Wortlaut:
Im Nissan 5786/März 2026
Liebe Gemeinden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg,
in diesem Jahr werden Pessach und Ostern zur selben Zeit gefeiert. Das ist ein Zeichen der Verbundenheit, ein Zeichen der Herkunft des Christentums aus dem Judentum und für die gemeinsamen Aufgaben, die vor uns liegen.
Verbunden dürfen wir uns fühlen, weil wir, wie es im diesjährigen Motto der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit heißt, „Schulter an Schulter“ stehen. Dieses aus dem Buch Zefanja entlehnte Wort zeugt von einer zukünftigen, aber auch sehr gegenwärtigen Vorstellung: Gemeinsam vor dem Ewigen, dem Einen zu stehen, der uns alle ins Dasein gerufen hat. So drückt sich auch die Herkunft der christlichen Tradition aus der jüdischen aus, denn wir teilen in unseren heiligen Schriften auch ebenjene Überlieferung des Propheten Zefanja. Er legt uns nahe, G“tt „mit reiner Lippe“ anzurufen, also in unseren jeweils unterschiedlichen liturgischen Traditionen, aber auch im G“ttesdienst an den Menschen und unserer irdischen Umwelt reinen Herzens und reinen Geistes vor den Ewigen zu treten und uns gemeinsam für die „Wiederherstellung der Welt“ (tikkun olam) oder „Sorge für das gemeinsame Haus“ einzusetzen.
Diese zeitlich gemeinsame, rituell jedoch getrennte Feier von Ostern und Pessach, sie möge Ihnen allen Hoffnung und Freude schenken. Ebenso kann sie Ansporn sein, dass sich jüdische und christliche Gemeinden besinnen, was sie spirituell und theologisch voneinander lernen können, wenn Jüdinnen und Juden den Ewigen mit „mein Banner und meine Zuflucht“ (Adon olam) oder Christinnen und Christen mit „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ anrufen. Oder dass wir uns alle gemeinsam der Frage stellen, wie wir für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sorgen können, indem wir uns zusammen der Armen und Bedürftigen annehmen.
Wir wünschen den jüdischen Gemeinden „Chag Pessach Sameach“ und den christlichen Gemeinden frohe und gesegnete Ostertage!
Ihr Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Israelitische Religionsgemeinschaft Baden
Ihre Landesbischöfin Heike Springhart, Evangelische Landeskirche Baden
Ihr Erzbischof Stephan Burger, Erzdiözese Freiburg
