Karlsruhe. „Wir haben gemeinsam einen Abend erlebt, der verschiedene Generationen zu Wort kommen ließ und unterschiedliche jüdische Erlebnisräume, Perspektiven und Ausdrucksformen sichtbar machte. Alle aber einte der Wunsch, das Judentum in seiner Lebendigkeit, Aktivität und Positivität zu zeigen und Zukunftsperspektiven in der Mitte einer pluralistischen Gesellschaft auszuloten“ sagte Moderatorin Susanne Benizri-Wedde und brachte damit den Inhalt der Veranstaltung auf den Punkt.
Fast sechzig Teilnehmer waren am Mittwoch, 26.11.2025 nach Heidelberg gekommen, um die Programmauftakt des Jüdischen Bildungswerks (JBW) in Baden mitzuerleben. Die Bildungsreferentin der IRG Baden Shulamit Rom führte mit leichter Hand gekonnt durch den kurzweiligen Abend.
Rita Althausen, Michael Friedman, Naomi Ellenbogen und Shushan Pushkin brachten dem Publikum in einem Podiumsgespräch verschiedene, sehr persönlich gefärbte Perspektiven jüdischen Lebens nahe. Das Gespräch war thematisch weit gefächert und streifte Programme zur Aufklärung in Schulen wie Meet A Jew, Fragen der Demografie, die auch die jüdischen Gemeinden stark bewegen, den Bedarf an jüdischer Infrastruktur wie Kindertagesstätten und Schulen sowie das Leben in anderen Ländern. Für die Zukunftsperspektiven gab es skeptische und zuversichtlichere Einschätzungen. Weder Schönfärberei noch Schwarzmalerei – vielmehr differenzierte Aussagen, die sich zu einem Gesamtbild zusammensetzten. Rita Althausen betonte: „Wichtig ist das Bewusstsein der geschichtlichen Verankerung des Judentums in Deutschland. Wir sind Teil der Gesellschaft und wollen es bleiben. Aber wir erwarten auch, dass die Gesellschaft uns wahrnimmt, wie wir sind, ohne Vorurteile und ohne Verallgemeinerungen.“
Ein musikalischer Genuss war der Auftritt der Sopranistin Shani Oshri, die in ihrer Darbietung, virtuos begleitet von einem Gitarristen, verschiedenen künstlerische Strömungen im Judentum miteinander verband. Die Mensa der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg steuerte ein herzhaftes koscheres Büfett bei. So kamen alle Sinne zu ihrem Recht. Bei lebhaften Gesprächen allderjenigen, die an der Veranstaltung des JBW teilgenommen hatten, klang der Abend langsam aus.
Bild: Auftaktveranstaltung des Jüdischen Bildungswerks: v.l. Halyna Dohayman, Rabbiner Jona David Pawelczyk-Kissin, Susanne Benizri-Wedde, Dr. des. Shulamit Rom (JBW), Dr. Robert Fritsch (stv. Vorsitzender IRG Baden), Dr. Andreas Brämer (Rektor, HfJS Heidelberg), Shushan Pushkin, Michael Friedmann, Naomi Ellenbogen und Rita Althausen (Vorstandsmitglied IRG Baden). (Foto: Philipp Rothe)
Pressemitteilung 28.11.2025: Jüdisches Bildungswerk tritt in die Öffentlichkeit
